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Introduction

Manchmal steh ich am Straßenrand und staune über die Menschen in ihren Autos. Sie fließen in alle Richtungen, so als hätten sie keinen Ort, an dem sie bleiben können. Als wäre der Punkt, an dem sie sind, immer der falsche und sie müssten schnell zu einer anderen Stelle. Keiner scheint am rechten Fleck zu sein.
Hier kann es nicht sein, denn hier sind die Grenzen überdeutlich. Aber dort, irgendwo anders, wollen sie den Sinn schon sehen. Doch sie kommen nie an, weil sie immer hier sind, wo es nichts zu finden gibt. Nur Enge, Beschränkung, Endlichkeit. Vielleicht halten sie auf ihrer rastlosen Suche gelegentlich an. Aber ringsum strömen Menschen und Geschicke weiter und erinnern sie daran, dass sie hier noch längst nicht dort sind, wo sich ihr Leben erklärt und der Moment zum dauernden Verweilen einlädt.
Sie werfen die Defizite ihrer Sehnsüchte als hinderlichen Ballast ab und sind erstaunt oder sogar beglückt, diese als Erfüllung verkleidet in einem Gegenüber zu erkennen. Doch nichts bremst ihren Drang nach Veränderung mehr aus als ein Anderes, das sein Eigenleben beansprucht. Und damit geht die Flucht weiter. Nach vorn, gewiss. Aber ihre Zeit kommt nicht mit und sie fühlen mit Erschrecken, dass sie Zeit verlieren. Sie sind so überzeugt von diesem Verlust, dass sie immer schneller werden und versuchen, sie einzuholen.   ...

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michael bernstein   bernstein