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1 Peter

Der Verkehr brandete vorüber. Die Masse der Fahrzeuginsassen blieb grau und undeutlich. Da leuchtete gelb vom Dach eines Wagens das bekannte Zeichen und lenkte die Aufmerksamkeit auf sich. Aus dem Fenster ein unruhiger Blick, der nicht nur neue Kunden suchte. Das Bewusstsein der Straße schien in den Augen des Taxifahrers auf, als suche es einen Ausweg.
Gerade hatte er keinen Gast im Fonds, dafür viele belastende Gedanken. Man sah es ihm an. Sein Leben kam ihm völlig nutzlos vor, immer der gleiche Trott. Wobei sich dieses Wort eigentlich verbot, denn sein tägliches Fahren war alles andere als ein Trotten. Es war schnell und geprägt von immer gleichen Abläufen. Sein Blick war starr auf die Straße und den umfließenden Verkehr gerichtet.
Verlangsamte vor ihm ein Auto die Geschwindigkeit, musste er bremsen. Schrieb die Straße eine Kurve vor, musste er ihr folgen. Dieses seltsame Ungetüm, das sich Straßenverkehr nannte, nötigte ihm eine Reihe stereotyper Handlungen auf. Hätte er ein Ziel gehabt, dann hätte er sich einreden können, alles sei nur eine lästige, aber unumgängliche Begleiterscheinung, um es möglichst rasch und direkt zu erreichen. Aber er hatte kein Ziel. Fahrgäste stiegen ein und wieder aus, ließen sich von hier nach da bringen. Aber ihre Ziele waren nicht seine Ziele.   ...

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michael bernstein   bernstein